NEWS MESSAGE

Giftschlangen Schweiz: erste Hilfe
Rubrik: allg. Information

Die beiden in der Schweiz lebenden Vipernarten, die Kreuzotter (Vipera berus) und Aspisviper (Vipera aspis), besitzen einen hochentwickelten Giftapparat. Die beiden frontalen Giftzähne sind beweglich und werden beim Biss aufgestellt. Sie sind hohl, das Gift tritt durch eine Öffnung an der Spitze aus und besteht vor allem aus einer komplexen Mischung an Proteinen und Polypeptiden mit einer toxischen und/oder enzymatischen (Proteasen, Esterasen, Hyalurondiasen, L-Aminosäurenoxidasen) Wirkung.
Die Symptome und deren Schweregrad sind variabel und hängen von der injizierten Giftmenge, der Bissstelle, der Giftaktivität, sowie dem Gesundheitszustand und dem Alter des Betroffenen ab. In jedem Fall muss innerhalb von 24 h eine Überwachung im Spital erfolgen.

Erste Hilfe nach Giftschlangenbissen:
_Ruhe bewahren und Unfallopfer beruhigen. Das Gift entfaltet erst nach mehreren Stunden seine volle Wirkung. Es bleibt daher genügend Zeit, um medizinische Hilfe zu holen.
_Bei Schwindel oder Bewusstlosigkeit den Patienten in Rücken- oder stabile Seitenlage bringen.
_Betroffene Gliedmasse ruhigstellen, um die Verbreitung des Giftes im Körper zu verzögern. Bei Biss in die Hand den Arm in einer Schlinge tragen. Ringe und Armbänder entfernen. Bei Biss in Bein oder Fuss eine Schiene anlegen (z.B. mit Ästen oder ähnlichem).
_Mit Antiseptikum desinfizieren.
_Patient ins nächste Spital oder zum Arzt transportieren, möglichst in Liegeposition. Grundsätzlich sind Bewegungen möglichst zu vermeiden, da Muskelkontraktionen für eine raschere Giftausbreitung sorgen.

Von folgenden Massnahmen wird abgeraten:
_Druck- und Stauverbände: Abbinden mit Gurten, Schnüren und dergleichen kann zu schweren Schäden der betroffenen Gliedmasse oder gar zu deren Verlust führen.
_Andere Manipulationen an der Bisswunde ausser Desinfektion: Einschnitte, Injektion von Substanzen, Eisbehandlung, Aussaugen oder Druck sind zu unterlassen.
_Einnahme von Alkohol.
_Injektion von Antiveninen. Sie dürfen nur vom Arzt verabreicht werden! Eine Antiserumtherapie wird bei Bissen durch europäische Vipern restriktiv gehandhabt. Erwachsene überleben solche Bisse praktisch immer, bei Kindern kann jedoch eine Antiserumtherapie notwendig sein.

Quelle:
_Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz der Schweiz (KARCH)

REF: 19.07.2019 09:20:25 / UABSE,UAMST / 5910
DOC NEWS TOP 10

11. Dezember 2019
_Nitrosamin-Verunreinigungen in einzelnen Diabetesmedikamenten
09. Dezember 2019
_Sartane: strenge vorübergehende Limiten für Nitrosamine in der Ph. Eur.
06. Dezember 2019
_NEW DRUG: Glucagon (Baqsimi™), EMA-Zulassungsempfehlung als Nasenspray
04. Dezember 2019
_Nahrungsergänzungsmittel mit Berberin: Warnung
02. Dezember 2019
_Alzheimer: spielerische Präventionsplattform
29. November 2019
_Welt-Aids-Tag 1. Dezember 2019
27. November 2019
_NEW DRUG: Cefiderocol (Fetroja®), FDA-Zulassung bei komplizierten Harnwegsinfekten
25. November 2019
_Listeriose: Ursachen und Prävention
22. November 2019
_MMR-Impfstoffe: vorübergehende Empfehlungen bei Versorgungsengpässen
20. November 2019
_NEW DRUG: Pretomanid, FDA-Zulassung bei extrem resistenter Tuberkulose


 
12.12.2019 databases | contact | links | archive | legal © HCI Solutions AG