| Lactosehaltige Medikamente bei Lactoseintoleranz? |
| Rubrik: Aktuell |
Lactoseintoleranz wird definiert als eine, durch reduzierte oder fehlende Lactase hervorgerufene, Resorptionsstörung des Darms. Eine verminderte oder fehlende Lactaseaktivität führt zu einer Fermentierung der Lactose durch Mikroorganismen im Dickdarm. Dadurch können Flatulenz, Meteorismus, Krämpfe und Durchfall hervorgerufen werden. Zusätzlich führt ungespaltene Lactose zu einem Wassereinstrom in das Darmlumen und damit zu einer Verstärkung der Durchfallsymptomatik.
Bei den meisten Patienten mit einer primären Lactoseintoleranz ist eine restliche Aktivität der Lactase von 5 - 10% erhalten. Damit können sie ca 6 - 12 g Lactose (= 120 - 240 ml Milch) pro Mahlzeit einnehmen, ohne dass entsprechende Symptome auftreten.
Tabletten und Kapseln enthalten sehr häufig Lactose als Hilfsstoff. Die verwendete Menge variiert sehr stark, übersteigt aber selten 0.2 g pro Tablette oder Kapsel. Die Menge an Lactose in Tabletten oder Kapseln ist also so niedrig, dass sie bei den meisten Patienten mit primären Lactasemangel keine Symptome hervorrufen kann.
Treten trotzdem Unverträglichkeitsreaktionen auf, kann durch gleichzeitige Gabe eines Lactase-Präparates (Lacdigest ®) das Auftreten von Symptomen der Lactoseintoleranz verhindert werden.
Quelle: _Medizinische Monatsschrift für Pharmazeuten, 1/2009/p28 |
|
| REF: 09.03.2010 09:33:30 / UAMST / 648 |
|
|
 |
|