Die Entstehung von ADHS ist noch weitgehend unbekannt. Störungen im Neurotransmitter- und Energiestoffwechsel sowie genetische Faktoren haben jedoch eine zentrale Bedeutung.
Zur Behandlung von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) wird häufig Methylphenidat eingesetzt. Der Wirkstoff blockiert den Dopamin-Transporter und somit die Wiederaufnahme von Dopamin aus dem synaptischen Spalt in die präsynaptische Nervenzelle. Die damit verstärkte dopaminvermittelte Signalübertragung dämpft den Bewegungsdrang der betroffenen Kinder. Der Wirkmechanismus in Bezug auf die kognitiven Fähigkeiten und das Verhalten ist noch nicht eindeutig nachgewiesen.
Studien haben ergeben, dass Zink ebenfalls den Dopamin-Transporter hemmt. In einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurde die Wirkung einer zusätzlichen Zinkgabe untersucht.
44 Kinder (5-11 jährig) erhielten täglich während 6 Wochen zusätzlich zu Methylphenidat 55mg Zinksulfat (entspr. 15mg Zink) oder ein Placebo. Die ADHS-Symptomatik wurde anhand der „Teacher and Parent ADHD Rating Scale“ beurteilt, wobei in der Gruppe mit der zusätzlichen Zinkgabe bessere Skalenwerte erreicht wurden.
Die Forscher räumen ein, dass weitere Studien nötig sind, um reproduzierbare Resultate erzielen zu können. Insbesondere muss der Effekt verschiedener Dosierungen an Zink noch untersucht werden.
Quelle: _Deutsche Apotheker Zeitung; 14/2009/p89 |