| Die Anaphylaxie beim Kind wird oft unterschätzt und die adäquate Behandlung zu spät oder gar nicht durchgeführt. Das Wort Anaphylaxie wird sowohl für immunologische IgE- oder IgG-vermittelte Reaktionen, wie auch für Reaktionen durch zirkulierende Immunkomplexe verwendet.
Nahrungsmittel sind die häufigsten Auslöser einer Anaphylaxie beim Kind (56%) gefolgt von Medikamenten (5%) und Insektenstichen (5%).
Die rasche Behandlung einer anaphylaktischen Reaktion ist entscheidend. Adrenalin ist das Mittel der Wahl zur Behandlung der Anaphylaxie, z.B. mit Epipen .
Adrenalin soll bei jedem Kind mit einer Anaphylaxie angewendet werden, welches sich mit respiratorischen und/oder kardiovaskulären Symptomen präsentiert. Die intramuskuläre Verabreichung ist zu bevorzugen. Die empfohlene Dosis beträgt 0,01 mg/kg Adrenalin mit einem Maximum von 0,3 bis 0,5 mg für die 1. Dosis. Diese Dosis kann bei ungenügendem Ansprechen nach 5 bis 10 Minuten wiederholt werden.
Schwere Reaktionen benötigen in der Regel auch Sauerstoff. Möglicherweise ist eine Volumengabe in Form von Kristalloiden oder Kolloiden nötig. Kortikosteroide scheinen Spätreaktionen vorbeugen zu können. Bei Auftreten eines Bronchospasmus können beta-2-Agonisten indiziert sein und nach der Verabreichung von Adrenalin gegeben werden.
Aufgrund des Risikos für einen Kollaps ist die liegende Position mit hochgelagerten Beinen zu bevorzugen.
Quelle: _Paediatrica Vol. 20; Nr. 2/2009/p14 |