Bei einer Therapieumstellung von Risperidon auf Methylphenidat wurden bei drei Kindern ungewöhnliche Nebenwirkungen beobachtet.
Die Kinder mit Hyperaktivitätssyndrom verbunden mit Aufmerksamkeitsdefizit und anderen Verhaltensstörungen wurden zuerst mit Risperidon behandelt. Um das Hyperaktivitätssyndrom spezifischer zu therapieren, wurde Risperidon abgesetzt und ohne Unterbruch durch Methylphenidat ersetzt. In den Tagen nach der Therapieumstellung traten schwere Agitiertheit und Hyperaktivität auf. Die Beschwerden nahmen nach Absetzen von Methylphenidat ab und blieben nach erneuter Gabe von Methylphenidat aus.
Gemäss Studien führt die Blockierung der dopaminergen Rezeptoren durch Risperidon zu einer Hypersensibilisierung dieser Rezeptoren. Methylphenidat agiert als indirekter Dopaminagonist. Man vermutet nun, dass die Wirkung von Methylphenidat verstärkt wurde, da freigesetztes Dopamin die sensibilisierten Rezeptoren besetzte.
Nach Absetzen eines Neuroleptikums treten die früheren Beschwerden selten unmittelbar wieder auf. Es empfiehlt sich, nach Absetzen des ersten Medikamentes die Reaktionen des Patienten zu beobachten und das zweite Präparat erst bei Wiederauftreten der Beschwerden zu verschreiben.
Quelle: _Prescrire, 305/2009/p193 |