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Harnsäure: Bestimmung und Referenzwerte
Rubrik: allg. Information

Die Harnsäure ist das Endprodukt im Purinstoffwechsel (Nukleinsäuren aus Eigensynthese und Nahrung). Sie wird zu 75% renal in Form von wenig löslicher Harnsäure und besser löslichen Uraten ausgeschieden. Das relative Verhältnis hängt vom pH-Wert des Urins ab. Je höher der pH-Wert (>5.8) desto höher ist die Uratkonzentration. Umgekehrt gilt, je saurer der Urin, desto mehr Harnsäure ist darin vorhanden.

Zur Diagnose und Überwachung von Patienten mit Gicht und Harnsteinen durch Hyperurikämie, muss der Harnsäurespiegel bestimmt werden. Die Hyperurikämie kann die Folge einer zu purinreichen Kost (fette Fische, Krustentiere, Innereien, Wurstwaren) oder eines erhöhten Abbaus von Nukleinsäuren sein (Leukämie, Krebs, Psoriasis, zytolytische Behandlung).

Die Harnsäure wird im Labor im Blut (Urikämie) oder im Urin (Urikosurie) bestimmt. Üblicherweise wird kolorimetrisch mit Hilfe des Enzyms Uricase gemessen.
Es gibt keine Schnelltests in Form von Teststreifen zur Bestimmung der Harnsäure.

Die Referenzwerte variieren je nach Literaturquelle und bewegen sich in folgenden Bereichen:

Harnsäure im Blut:
Untersuchungsmaterial: Serum, nüchtern, ohne vorherige körperliche Anstrengung
Männer 35 - 70 mg/l, bzw. 210 - 420 µmol/l
Frauen 25 - 60 mg/l, bzw. 150 - 360 µmol/l
Kinder 20 - 50 mg/l, bzw. 120 - 300 µmol/l
Die Harnsäure im Blut ist ein einfacher Biomarker zur Überwachung der Gichttherapie. Der therapeutische Zielwert ist eine Urikämie < 60mg/L (sogar < 50 mg/L bei schweren Gichtformen mit Gichtknoten). Zu Beginn einer harnsäuresenkenden Therapie können Kontrollen im Abstand von 3 Monaten sinnvoll sein. Ist der Zielwert erreicht, ist eine jährliche Kontrolle ausreichend.

Harnsäure im Urin:
250 - 700 mg/24h, bzw. 1,5 - 4.2 mmol/24h
Zur Harnsäurebestimmung wird der Urin während 24h gesammelt. Für die Messung muss der Urin mit einer 10%igen Kaliumhydroxidlösung neutralisiert werden (ca. pH 7), damit sich allfällige Harnsäurekristalle auflösen.
Die Urikosurie allein hat keinen diagnostischen Wert, lässt sich aber in Zusammenhang mit der Urikämie interpretieren.
Während der Behandlung muss auf eine ausreichende Diurese geachtet werden, um ein Urikosurie < 4 mmol/L oder < 6 mmol/24h zur erreichen. Dies ist besonders bei einer Behandlung mit Urikosurika wichtig, um Ausfällungen von Harnsäure zu vermeiden. Zur Alkalisierung des Urins kann die Verabreichung von Kaliumcitrat oder Natriumcarbonat in Betracht gezogen werden.

Literatur:
_Guide pratique des analyses médicales, Maloine 6e édition 2015, p31
_Le Moniteur des pharmacies 3281/2019 Cahier 2

REF: 02.08.2019 09:01:59 / UABSE,UADCO / 5908
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