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Skabies: Übertragung und allgemeine Massnahmen
Rubrik: allg. Information

Die Ansteckung der Skabies erfolgt über befruchtete Weibchen. Die Übertragungswahrscheinlichkeit ist umso grösser, je länger und intensiver der Körperkontakt ist. Gemäss verschiedenen Literaturangaben muss er sogar 15 bis 20 Minuten betragen. Händeschütteln oder gemeinsame Nutzung von Gegenständen sind in der Regel nicht ausreichend. Begünstigende Faktoren sind mangelnde Hygiene und vor allem eine hohe Anzahl Milben. Dies erklärt die hohe Kontagiosität der Scabies norvegica sive crustosa, bei der abgelöste Hautschuppen mit Hunderten bis Tausenden von Milben sogar zu einer aerogenen Ansteckung führen können. Deshalb ist bei dieser Form der Skabies auch die Übertragung durch kontaminierte Bettwäsche, Wolldecken, Unterwäsche, Polster etc. charakteristischerweise häufig.

Allgemeine Massnahmen:
Familienangehörige und Personen mit engem Kontakt zum Patienten müssen behandelt werden, auch wenn keine Symptome auftreten.
Nach Kontakt mit einem Skabiespatienten müssen die Hände mit Wasser und Seife gewaschen werden, um einer Übertragung der Infektion vorzubeugen. Hydroalkoholische Produkte werden nicht empfohlen, da sie gegen die Parasiten unwirksam sind.
Betroffene Kinder sollten Betreuungseinrichtungen bis 48 Stunden nach Behandlungsbeginn fern bleiben.

Empfehlungen für die lokale Behandlung:
_Vor der Behandlung ein lauwarmes Vollbad nehmen, die Haut gut abtrocknen und sorgfältig die Nägel schneiden.
_Bei gewöhnlicher Skabies alle Körperregionen behandeln, mit Ausnahme von Gesicht und Schleimhäuten. Kopfhaut und „versteckte“ Stellen nicht vergessen. Dazu gehören Hautfalten, Bauchnabel, Stellen hinter den Ohren und unter Finger- und Fussnägeln. Nach dem Auftragen sollten während der Einwirkungszeit Baumwollhandschuhe getragen werden (Hände nicht waschen). Gleichzeitig wird damit verhindert, dass Kinder unbeabsichtigt das Antiskabiosum einnehmen.
_Bei Kindern muss das Gesicht behandelt  werden. Augen und Mund müssen dabei geschützt werden. Bei Erwachsenen wird das Gesicht nur bei schweren und hyperkeratotischen Formen behandelt.
_Säuglinge und Kleinkinder müssen stationär behandelt werden.
_Bei schwerer Skabies (Scabies norvegica sive crustosa) müssen alle Kontaktpersonen, auch nach kurzer Kontaktzeit, behandelt werden. Die behandelnde Person muss dabei Handschuhe und Schutzkittel tragen.
_Bei stark entzündeter Haut vor oder mit Beginn der antiskabiösen Therapie für 2 – 3 Tage ein lokales Kortikosteroid verwenden, um die Resorption des Antiskabiosums zu verringern.
_Während der Behandlung Bett- und Unterwäsche alle 12-24 Stunden wechseln. Handtücher zweimal täglich austauschen.
_Kleider, Bettwäsche, Handtücher oder andere persönliche Gegenstände (Blutdruckmanschetten, Schuhe, Plüschtiere) sollen bei >60°C gewaschen werden oder, falls nicht möglich, fünf Tage bei einer Temperatur >20°C trocken in luftdicht verschlossenen Plastiksäcken gelagert werden.
_Polstermöbel sollen mit dem Staubsauger gereinigt oder fünf Tage lang nicht benutzt werden.
_Bei gewöhnlicher Skabies wird die Dekontamination von Räumlichkeiten kontrovers diskutiert. Im Falle von schwerer Skabies oder Epidemien ist dies zusammen mit der Gesundheitsbehörde zu entscheiden.

Der Juckreiz kann noch bis 4 Wochen nach Abschluss einer korrekt durchgeführten Behandlung bestehen bleiben. Dies soll aber nicht Anlass für zusätzliche unnötige und potentiell toxische Behandlungen sein. Zur Linderung kann ein orales H1-Antihistaminikum verabreicht werden. Zur Verhinderung eines Ekzems soll nach der Behandlung eine pflegende Crème aufgetragen werden.

Literatur:
_
VIDAL Recos Recommandations en pratique 2012, p 844
_La revue Prescrire, idées-Force Prescrire Gale, janvier 2012
_European Guideline for the Management of Scabies, 2010
_Medizischen Monatsschrift für Pharmazeuten 12/2007/p448: „Skabies“
_Robert Koch Institut (www.rki.de)

REF: 14.01.2013 10:07:18 / UABBO,UAMST / 3183
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