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Vaginale Spermizide zur lokalen Kontrazeption
Rubrik: allg. Information

Bei den meisten vaginalen Spermiziden handelt es sich um oberflächenaktive Stoffe, welche die Oberflächenspannung der Spermien herabsetzen. Die spermizide Wirkung wird durch Destabilisierung des osmotischen Gleichgewichts erreicht:

_Benzalkoniumchlorid, oberflächenaktiv, katonisch: In der Schweiz momentan einziges registriertes vaginales Spermizid, nur in Form von Tampons: No Gynex Vaginaltampons, 6 Stück (Pharmacode: 5204954, zurzeit nicht erhältlich)
Andere galenische Formen: Pharmatex® Vaginalcrème, Mini-Ovule, Weichkapseln (Frankreich)

_Miristalkonium chlorid, oberflächenaktiv, kationisch: Alpagelle® Crème (Frankreich)

_Nonoxinol-9 (N-9), oberflächenaktiv, nichtionisch, weltweit sehr häufig verwendet, zurzeit jedoch keine Spezialität weder in der Schweiz noch in Frankreich
Patentex® oval Vaginalzäpfchen (Deutschland)
Ortho Option™ Gynol II Jelly, Ortho Pharmaceutical Corporation (USA)

Die Wirksamkeit von Spermiziden allein ist schwächer als diejenige von Kondomen für Männer und Frauen und von Diaphragmen. Sie hängt stark von der konkreten Situation ab, wobei bestimmte Regeln beachtet werden müssen:
_Wirkungseintritt und -dauer gemäss Packungsbeilage überprüfen. Im Allgemeinen bieten Crèmes einen sofortigen Schutz, während Ovula, Kapseln und Vaginalzäpfchen 5-10 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden müssen. Vor jedem weiteren Verkehr muss eine erneute Applikation erfolgen.
_Der Vaginaltampon No Gynex bietet sofortigen Schutz während 24 Stunden. Bei mehrfachem Geschlechtsverkehr muss die Applikation nicht wiederholt werden. Der Tampon kann zwei Stunden nach dem letzten Geschlechtsverkehr und spätestens 24 Stunden nach dem Einführen entfernt werden.
_Vor oder nach dem Geschlechtsverkehr ist auf das Waschen oder Spülen der Vagina mit Seife zu verzichten. Seifenlösungen, auch in Spuren, inaktivieren oberflächenaktive, kationische Spermizide. Möglich ist einzig die äusserliche Intimpflege mit reinem Wasser.
_Oberflächenaktive Stoffe können zu Schleimhautirritationen führen. Liegen Schleimhautläsionen vor, kann dies mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko für sexuell übertragbare Infektionskrankheiten einhergehen. Bei Schleimhautläsionen sind vaginale Spermizide kontraindiziert.

Literatur:
_Contraception, D. Serfaty, Masson 2008, p244

REF: 09.08.2013 11:48:46 / UABSE,UAMST / 4841
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